Testläufer berichten vom 5. Köln-Marathon am 7. 10. 2001

5. Köln-Marathon 2001

Für running-pur waren Testläufer bei dieser Veranstaltung unterwegs. Sie sammelten Eindrücke, blickten hinter die Kulissen, um Ihnen, lieber Leser, ein Bild von der Qualität, dem Ambiente und der Stimmung zu verschaffen.
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BERICHT VON GERLINDE REDA über den Köln-Marathon
][ zu Testberichten anderer Veranstaltungen ][
][ Gerlinde Reda ][ Mirko Dreiser ][ Oliver Bredel ][ Norbert Keck ][


Supergeile Zick ÷ ein Bericht vom 5. Kölnmarathon

Der 7. Oktober ist angebrochen und damit der große Tag ÷ mein erster Marathon. Ein Blick aus dem Fenster beruhigt, kein Regen und trockene Straßen. Nach einem kurzen Frühstück geht es per Auto zur Straßenbahnhaltestelle. Unterwegs komme ich an einem Temperaturmesser vorbei: 16° das könnte schon fast wieder zu warm werden. In die Straßenbahn steigen immer wieder andere Marathonis und Zuschauer zu und je näher der Startbereich kommt, umso mehr Skater sieht man auch (die starten ja schon um 10.00 Uhr). Am Start ist schon viel los, die Musik tönt aus den Lautsprechern, viel mehr Menschen als im Vorjahr (bei damaligem strömenden Regen) säumen die Startblöcke und die Stimmung ist ausgezeichnet. Bei den großen Menschenmassen trifft man eigentlich nur feste Verabredungen und absolute Zufälle. Läufer, die sich jahrelang nicht gesehen haben, treffen sich im Startblock wieder und auch mit wildfremden Menschen tauscht man
sich aus. Eine gewisse Nervosität ist nicht zu übersehen und wir Erststarter müssen laaaaaaaaaaange nach Startschuss warten, bis wir endlich auf die Strecke dürfen.

Die ersten Kilometer versucht man, seinen Rhythmus zu finden. Es ist ein bequemer 7 min/pro km Schnitt. Dafür kann man schon jede Menge bestaunen. Vor mir sind mehrere Läufer, die auf ihre strammen Waden gefüllte Biergläser gemalt haben. Ich hätte ich gern an ihre Waden geheftet ÷ leider sind die Jungs zu schnell für mich. Kurz darauf überholt mich ein Mann mit Babyjogger. Er
fährt zwei Kinder, das Ältere schaut sich gelassen ein Bilderbuch an und das Jüngere hat ein Spielzeug in der Hand. Ich versuche mir, so viel wie möglich zu merken, aber die Eindrücke überfluten mich. Überall jubelnde Menschen mit reichlich Krachinstrumenten ausgestattet, die auch eifrig benutzt werden. Viele Sambabands spielen auf und versuchen einen zu verleiten, schneller zu werden. Bei Kilometer 10 gibt es für mich den ersten Schrecken. Am dortigen Zeitmesser ist eine astronomisch hohe Zahl angegeben, die mit meinen gestoppten Kilometerzeiten nicht übereinstimmt. Doch dann Erleichterung, es ist die Bruttozeit. Also kein Grund zur Aufregung und weiter in meinem Zeitplan. Und überall super Zuschauer, man sieht viele aufmunternde und liebevolle Plakate und auch wenn sie nur bestimmte LäuferInnen betreffen, es ist toll mit anzusehen und mit was man alles Krach machen kann: Rasseln, Kastagnetten, Trommeln, Trillerpfeifen.........

Bei km 18 überrascht mich eine Lauffreundin am Straßenrand, die ich noch im Urlaub auf Mallorca vermutet habe. Das gibt neue Kraft und Motivation. Bei km 19 steht eine Helga mit Trillerpfeife und einem Transparent: │Helga wünscht allen Marathonis viel Glück und Erfolg„. Danke Helga! ÷ Kurz vor der Hälfte der Strecke ein Transparent: │Die Hälfte ist vorbei, der Rest ist Spielerei„. Das möchte ich gerne glauben. Und die vielen Monis, Biggis, Uwes, Peters, Mamas und Papas usw., die lesen können, sie seien die Größten und dass irgendjemand stolz auf sie ist. Kleine Kinder möchten abgeklatscht werden, manchmal laufen sie auch ein Stück mit, tja, auf der Kurzstrecke sind sie schneller. Selbst in den äußeren Bezirken ist viel los und es vergeht kaum ein Streckenabschnitt, wo überhaupt kein Mensch steht.

Kurz nach der Halbmarathongrenze beginnt meine dramatische Zeit. Erst sehe ich, wie Feuerwehr und Polizei durch die Läuferstrecke mit Tatü Tata rasen und hoffe nur, dass sie durch sind, bevor ich dort ankomme. Ich habe Glück und kann die Stelle ungehindert passieren. Kurz darauf höre ich einen Krankenwagen mit Blaulicht vorbeizischen und dann ÷ völlig unverhofft - rauscht es mir in den Ohren, mir wird schwarz vor Augen und ich strebe den Straßenrand an, um mich zu setzen. Sofort sind Helfer um mich herum, setzen mich auf ein Stühlchen, füttern mich mit Banane, Powergel und Zitronentee. Das darf doch nicht wahr sein ÷ kurz nach dem HM-Punkt nippel ich ab. Dabei fühle ich mich muskulär noch prima, mir tut nichts weh und meine Herzfrequenz war die ganze Zeit im vorgesehenen Bereich. Während es mir wieder etwas besser geht, meint ein Helfer zu mir, gleich kommt das Auto und redet etwas von Startnummer abmachen.

Ich antworte ganz entsetzt: │Nix Auto ÷ ich mache weiter„. Da ich mich wieder besser fühle, erhebe ich mich und setzte den Weg ÷ zunächst vorsichtig gehend - fort. Während ich langsam wieder in Tritt komme, sehe ich Udo (bjrt) auf der anderen Seite bei şseinem‚ km 36 laufen. Er sieht auch schon etwas gequält aus und irgendwie fühle ich mich neu motiviert. Kurz darauf steht eine Arbeitskollegin am Straßenrand, inzwischen laufe ich wieder und fühle mich gut. Für den Rest des Marathons bin ich nur am futtern und trinken. Nehme an jeder Verpflegungsstelle reichlich Bananen und Getränke zu mir ÷ auch zwischendurch gibt‚s immer mal wieder Powergel und Traubenzucker. Natürlich werde ich dadurch langsamer, aber es geht mir prima. Schon bei km 23/24 bin ich mir sicher, den Wettkampf beenden zu können. Bei şmeinem‚ km 29 kommt mir Detlev von www.laufen-in-koeln.de entgegen und hat ein paar aufmunternde Worte für mich.
Eigenartig dass es so gar nicht stört oder demotiviert, den viel besseren LäuferInnen zu begegnen, die schon fünf oder mehr Kilometer weiter sind. Aber inzwischen sehen die auch nicht mehr so frisch aus. Auch dort gehen sie schon teilweise oder machen Dehnübungen, um die Muskeln zu lockern und Krämpfen entgegenzuwirken.
Ich kann meinen Lauf nun richtig genießen und versuche, die vielen Eindrücke aufzunehmen. Wie schon von Anfang an laufen mir Schauer über den Rücken, wenn ich durch ein Spalier jubelnder Menschen laufe, und oft kommen mir die Tränen. Doch Emotionen kosten Kraft und ich vertröste mich auf nach dem Wettkampf. Oft suche ich den Blickkontakt mit den Zuschauern und es gibt immer wieder Leute, die mir dann etwas Nettes zurufen oder anfangen zu klatschen. Es so was von toll und anspornend. Obwohl ich ja zu den fünf-Stunden-LäuferInnen zähle, sind noch viele am Straßenrand ÷ auch gibt es immer noch viele Sambabands die Stimmung machen. Ich bin hin und her gerissen, ob ich nicht lieber mitfeiern möchte...

Obwohl ich relativ langsam laufe, überhole ich immer wieder LäuferInnen. So viel waren es noch nie bei einem Wettkampf. Ich komme jetzt am Rudolfplatz Richtung Neumarkt an und wieder gibt es eine Sambaband, Zuschauer, die La Ola machen (die ich auch noch erwidern kann), Polizisten, die mitklatschen und wenn nicht hin und wieder meine Ohren zu rauschen begönnen, könnte ich noch etwas zulegen. Aber ich freue mich trotzdem und am Ziel angekommen, bin ich einfach nur glücklich. Detlev macht noch ein paar Fotos (war wieder nichts mit Heulen, wann darf ich denn endlich?); wir unterhalten uns noch ein wenig und nach Kleiderbeutelabholung und Umziehen kann ich mit Freunden und Familie feiern.
Mein Fazit: es war eine │supergeile Zick„ und mit Sicherheit nicht mein
letzter Marathon.

Beste Grüße
Gerlinde Reda


BERICHT VON MIRKO DREISER über den Köln-Marathon
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Hallo Running-pur Team,
erstmal möchte ich mich dafür bedanken das ich für Euch den Köln-Marathon testen durfte. Vielen Dank !!!

Nun zu dem was ich zu berichten habe. Nach wohl kleinen Schwierigkeiten bei der Anmeldung habe ich die Meldebestätigung aber noch rechtzeitig ( 1 Woche ) erhalten. Das Training zu diesem Marathon lief eigentlich recht gut bin immer zwischen 60-80Km die Woche gelaufen, wobei mein längster Lauf über 27KM ging. In der Vorbereitung habe ich neue Bestzeiten über 15Km 1:11; und über 21,1 Km 1:42 gelaufen, also stand einer neuen Bestzeit beim Marathon nichts mehr im wege.
Am Samstag den 06.10.2001 trat ich die Reise zum Marathon in Köln an. Nach dem Bezug der Jugendherberge in Köln Deutz, direkt am Start, haben wir uns auf den Weg zur Messe und der Startunterlagenausgabe gemacht. ( Die JHB in Deutz kann ich nur empfehlen. Eine Nacht mit Frühstück im Doppelzimmer 46,-DM) Um 14Uhr hatten wir die Messe, die Zentral in der Stadt auf dem Neumarkt in einem Zelt stattfindet erreicht. Durch den großen Antrang der vielen Läufer wurde man nur Blockweise in das Zelt gelassen. Wie auch schon in 99 und 00 war es in dem Zelt unerträglich heiß, so dass man nicht in Ruhe und mit viel Lust an den mittlerweile vielen Ständen stöbern. Die Ausgabe der Startunterlagen war reibungslos. Mein Bruder hatte sich 3 Tage vorher auch noch entschieden mit zu laufen, obwohl er am 29.09. in Berlin schon Bestzeit 3:08 gelaufen war. Ein Freund konnte wegen Erkrankung nicht teilnehmen, so dass mein Bruder diese Start-Nr.: bekam auch das Ummelden war in Köln kein Problem.
Tequla Lorupe gab uns noch ein Autogramm auf unsere Start-Nr. mit dem Schriftzug "Good Luck", also beste Voraussetzungen für den Marathon am morgigen Sonntag. Am Abend fuhren wir mit dem Auto noch zur Pasta Party. Diese fand in diesem Jahr in der Sporthochschule am Müngersdorfer-Stadion statt. Die Nudeln haben im gegensatz zu manch anderen Pasta Partys noch sehr gut geschmeckt und man konnte soviel essen wie man wollte. Also die Kohlenhydratspeicher waren randvoll. Nur die Entfernung von Stadtmitte(Neumarkt) und Müngersdorfer-Stadion schreckte bestimmt tausend von dieser Party ab. (ca. 20 Minuten mit der Bahn) Um 21.00 Uhr war dann Bettruhe angesagt um am Sonntag topfit ins rennen zu gehen. Um 7.30 Uhr ging der Wecker und man konnte schon die Musik am Start hören.

Nach einem guten Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Start wo wir mit dem Rest der Familie verabredet waren. Das Wetter spielte auch von anfang an mit, so dass es endlich losgehen konnte. Kleiderbeutelabgabe kein Problem kein gedrängel wie im letzten Jahr. Um Punkt 11.30 Uhr fiel der Startschuß. Unter dem Applaus der vielen Läufer und Zuschauer machten sich mehr als 15.000 Läufer auf den Weg die 42,195KM zu schaffen. Zwei Minuten nach dem Start hatten wir die Startmatten überschritten und waren voll im rennen. Am Streckenrand säumten sich tausende von Zuschauern die uns Läufer mit Trommeln, Pfeifen, Klatschen, Schreien, Spruchbändern anfeuerten. Es war mein 7 Marathon und ich muß sagen es war die beste Stimmung die ich bis jetzt erlebt habe. Bei KM 22-23, und ab 35KM sah man nur noch Zuschauer. Am Rudolfplatz hat man nur noch zu dritt nebeneinander platz soviele Zuschauer waren da man wurde förmlich Richtung Ziel getragen. So was hab ich bis jetzt nur bei der Tour de Franc im Fernseh gesehen. Ich selber fühlte mich ab Km 35 kaputt, aber dank der vielen Zuschauer, die Unterstützung der Familie am Straßenrand und vorallem die einmalige Anfeuerung meines Bruders erreichten wir die Hohestraße ca. 1,5Km vor dem Ziel. Durch die Anfeuerung der unzähligen Zuschauer erreiche ich das Ziel mit Gänsehaut und Tränen in den Augen in einer neuen Bestzeit von 3:57 das Ziel. Voller Stolz über das geleistet ließ ich mir die sehr schöne Medallie umhängen. Der Zielbereich mit seinem reichhaltigen Angebot an Essen und Trinken ist einfach super. Bei der Kleiderausgabe gab es auch keinerlei Probleme. Zum Duschen ist ein Zelt unterhalb des Doms aufgebaut, was nicht jedermanns Sache war und ist, aber das Wasser war schön warm. Nach einer wohlverdienten Apfelschorle im bekannten Früh machten wir uns auf den weg nach hause.

Der Lauf ist zwar rum und der Alltag ist schon längst wieder da, aber die Erlebnisse an einem solchen Marathonwochenende wird man ein Lebenlang nicht mehr vergessen. Man sieht wie sich Menschen aller Rassen sich weinent vor Freude in den Armen liegen und sich gemeinsam freuen über das erreichte. Bei welcher Veranstaltung sieht man soviele frohe und glückliche Menschen? Natürlich sieht man auch leidente Menschen wo der Körper nicht mehr mitmacht und sie aufgeben müssen, aber ich glaube jeder der mal einem Marathon gelaufen ist weiß wie nahe Freud und Leid zusammen liegen. Bei so einer Veranstaltung sieht man das die Menschen trotz den Ereignissen in den USA zusammenhalten und sich nicht durch diese Anschläge abhalten lassen diese Veranstaltungen zu besuchen, denn sonst hätte der Terror auch gewonnen. Es war ein tolles Wochenende für das ich mich nochmals beim Running-pur Team bedanke.

Sportliche Grüße
Mirko Dreiser


BERICHT VON OLIVER BREDEL über den Köln-Marathon
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Tester gesucht Leserbericht: Köln-Marathon

Tester gesucht Leserbericht: Köln-Marathon
Da ich regelmäßig solche Testberichte verschlinge und mich auch sehr für den Läufer und sein Training dahinter interesiere, möchte ich meinen Bericht ein wenig gliedern, damit jemand, der sich nur für den Lauf an sich interessiert, nicht genervt ist.
1. Der Marathon in Köln
2. Meine Marathon-Biographie und meine Zeit in Köln
3. Mein Training für den Köln-Marathon
1. Der Marathon in Köln
Der Lauf an sich war dank der Kölner Zuschauer ein dermaßen emotionales und großartiges Erlebnis, dass es mir wirklich schwer fällt zu kritisieren, deswegen nur ganz kurz, was ein wenig nervte: Startgeld musste ich natürlich trotzdem zahlen, obwohl ich als Tester unterwegs war, aber was solls. Startunterlagen habe ich bis heute nicht zugeschickt bekommen, aber nachdem tagelang niemand telefonisch zu erreichen war, wurde eine Hotline eingerichtet, die mir dann weiterhelfen konnte. Das wars schon, was mich gestört hat. Der Lauf ist wirklich sehr gut organisiert, Start- und Zielbereich sind m.E. ideal geregelt, Verpflegung und Streckenführung lassen keine Wünsche offen. Toll fände ich, wenn die Verpflegungsstellen ein paar 100m vorher angekündigt würden, habe ich mal bei einem Marathon erlebt und fand ich ganz hilfreich. Man kann sich mental schon mal darauf einstellen und noch schnell ein Gel schlucken. Aber das ist eine Kleinigkeit. Was diesen Marathon wirklich heraushebt sind die Zuschauer, die Menge und die Stimmung ist wirklich schwer zu toppen! Wahnsinn.
2. Meine Marathon-Biographie und meine Zeit in Köln
Köln war mein 4. Marathon. Bisher habe ich folgende bestritten:
10/00 München 4:55 h
02/01 Bad Füssing 4:28 h
06/01 Immenstadt 3:52 h
Nachdem ich im Juni 2001 unter 4 Stunden gelaufen war, wollte ich in Köln unbedingt eine neue Bestzeit laufen, aber das ist mir leider nicht gelungen. 4:02 und Gehpausen ab km 33 sind schon eine kleine Enttäuschung, aber ich weiß woran es lag.
3. Mein Training für den Köln-Marathon
Mit dem Laufen ernsthaft begonnen habe ich ca. 03/00, nach einem halben Jahr bin ich meinen ersten Marathon gelaufen mit entsprechender Zeit (4:55), danach habe ich mich drei Monate nach der Strategie von Ole Petersen vorbereitet und wurde belohnt mit (4:28). Damit war ich aber nicht zufrieden und habe mir meinen ersten Trainingsplan schreiben lassen, von Heiko Klimmer, einem Ex-Profi. Der Plan kostete für 12 Monate nur 49,- DM und hat mich unter 4 Stunden gebracht (3:52). Heiko findet ihr übrigens unter http://members.aol.com/hklimmer/ sehr empfehlenswert!
Nun für Köln habe ich mir gedacht, dass ich inzwischen genug über Training weiß, dass ich mir selber einen Plan schreiben kann. Außerdem war ich der Meinung, dass 8 Wochen Training reichen, da ich im Sommer viel Triathlon trainiert habe. Naja weit gefehlt, obwohl ich in den 8 Wochen Wochenumfänge bis zu 110 km gelaufen hat es nicht für eine neue Bestzeit gereicht. Die Umfänge waren wie folgt:
1. km 67
2. km 108
3. km 79
4. km 109
5. km 47 (Attentat in USA)
6. km 110
7. km 48
8. km 11
Naja, war die falsche Strategie. Nächstes Jahr laufe ich in Hamburg und trainiere wieder nach einem Plan von Heiko und dann 12 Wochen lang.


BERICHT VON Norbert Keck über den Köln-Marathon
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Liebes Running-Pur Team,
nachdem ich sofort nach dem Marathon zwei Tage auf Geschäftsreise musste, hier mein etwas verspäteter Bericht.
Wenn Karneval in Köln die 5. Jahreszeit bedeutet, dann muss wohl der Marathon die 6. sein.
Nachdem ich erst vor ca 41/2 Jahren mit dem Laufsport wegen Übergewicht nach 7jähriger Sportpause begann, bin ich noch kein alter Hase, was das Thema Marathon angeht. Damals habe ich aber sehr schnell, nachdem ich mit eisernem willen in kurzer Zeit 10 kg abgenommen und dann sehr schnell das Ziel ins Auge gefasst mit 40 den ersten Marathon zu laufen. Dieses Ziel erfüllte ich dann auch mit dem Start am Baden-Marathon in Karlsruhe. Für den ersten Marathon konnte ich damals mit 3:26 recht zufrieden sein. Allerdings war ich so fertig, dass ich mir sagte "NIE WIEDER". Doch mit der richtigen Unterstützung der Laufverrückten aus meinem Verein LC Waldachtal, war diese voreilige Aussage schnell vergessen. Es folgten Läufe in Florenz, diese Jahr im April in Paris und jetzt, das kann ich gleich vorne an stellen die absolute Krönung in Köln. Obwohl Paris mit 30,000 Läufern und der Schönheit der Stadt, ein Megaereignis war, das für meine Belange recht gut organisiert war, kann es Köln, was die Atmosphäre und das Publikum angeht nicht das Wasser reichen. Was in Köln an der Strecke von den Zuschauern geboten wurde fand ich persönlich als super, ja sogar als gigantisch. Vom Start weg liefen wir durch eine frenetisch anfeuernde Menschenmenge, die nicht enden wollte. Vom Veranstalter wurde angekündigt, dass die Rahmenveranstaltungen aus Rücksicht auf New-York, etwas zurückgenommen wurden, wie muss es da erst zugehen, wenn die richtig Party machen? In der Innenstadt war die Gasse für die Läufer oft weniger als 2 Meter breit und Zuschauer standen in mehreren Reihen eng gedrängt und feuerten die Läufer aus vollen Rohren an. Bei dieser Stimmung lief es mir zeitweiße eiskalt den Rücken hinunter und man bekam teilweise eine richtige Gänsehaut. Man wurde buchstäblich ohne Übertreibung von Anfang an Kilometer weit von Zuschauer zu Zuschauer weitergereicht. Hier kann ich aus voller Überzeugung zu Anfang meines Berichtes der Stadt Köln und ihren Bewohnern eine klare 1 + erteilen. Anfangen möchte ich allerdings beim Samstag mit dem Besuch der Marathonmesse, so wie der Startnummernausgabe. Für mein Quartier habe ich etwas investiert und ich habe mich für 168,-- DM inkl. guten Frühstück ins Hotel Ibis am Dom einquartiert. Von dort hatte ich natürlich die allerbeste Lage alles sehr schnell mit S und U-Bahn zu erreichen. Dank dem Fahrticket, das die Teilnehmer vom Lauf erhalten haben war dies auch keinerlei Problem. Am Sonntag hatte ich dann den großen Vorteil, dass mein Hotel nur ca 200 m. vom Ziel entfernt lag und ich direkt zum Duschen ins Hotel konnte. Zunächst besuchte ich aber am Samstag die recht gut bestückte Marathonmesse am Neumarkt, die in Köln in einem Zelt stattfindet. Auf der Messe wurde ein sehr gutes Angebot an Laufkleidung angeboten, da ich erst am Samstagabend ab 18.00 Uhr dort war, gab es auch einige super Schnäppchen. Die Startnummernausgabe ist sehr großzügig und übersichtlich. Bei der Übergabe der Startunterlagen stellte ich fest, dass ich vergessen hatte das offizielle T-Shirt zu bestellen, leider konnte dieses nicht nachgekauft werden, was mich etwas geärgert hat. Zusätzlich wurden dann neben den Anmeldeschaltern Marathonzeitungen ausgelegt, die aber wie ich von einigen Läufern erfuhr, nicht von jedem mitgenommen wurde. In dieser Zeitung war aber wichtige Info für den Start, die Laufstrecke und die Startaufstellung. Solche Infos gehöhren eigentlich in den Beutel der Startunterlagen. Als kleiner Tip für die Veranstalter sollte für die Zukunft in solch eine Zeitung auch ein Plan für Betreuer über Möglichkeiten, mit der U-Bahn evtl. schnell an mehrere Laufpunkte zu kommen. Weiterhin sollte bei der Übergabe der Startnummer auch auf die Startblockeinteilung hingewiesen werden. Ich hatte mich nicht darum gekümmert und habe dann abends im Hotel nachdem ich alles durchgelesen habe festgestellt, dass meine Startnummer einen blauen Aufkleber hat, was bedeutet, dass ich im allerletzten Startblock eingeteilt bin. Und dies, obwohl ich bei der Anmeldung angegeben hatte, dass ich in Paris 3:05 gelaufen bin. Das war für mich natürlich ein Schock, da ich ja das Ziel hatte die 3 Std. zu unterschreiten, was wohl von ganz hinten kaum funktionieren kann. Ich wollte das ganze am Sonntag noch korrigieren und bin extra früh zur Startnummernausgabe gegangen. Dort wurde mir aber gesagt, dass dies heute nicht mehr geändert werden kann, das hätte ich am Samstag sagen sollen. Zum Glück hatte ich einen schwarzen Filzstift dabei, so dass ich den Punkt auf schwarz geändert habe und somit wenigstens in den zweiten Block kam. Ich habe noch einen Versuch gemacht in den ersten roten Block zu kommen, aber alles schöne Reden hat bei den Ordnern nichts geholfen, was ja zum anderen auch wieder positiv ist, da sonst ja jeder kommen könnte. Der Startbereich ist hervorragend gewählt, es ist genügend Platz vorhanden und durch den direkt daneben liegenden Bahnhof besteht keinerlei Problem bei der Anreise. Nachdem die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Startblöcken kurz vor dem Start geöffnet wurden, gelang es mir noch mich bis zur Mitte des roten Blockes vorzudrängen, wo ich dann auch meinen Vereinskollegen Heinz Hüglin fand, der ebenfalls vorhatte unter 3 Std. zu laufen. Das Publikum wurde von den hervorragenden Sprechern super angeheizt und dann wurde endlich zum Startschuss gezählt und unser Unternehmen 2:59 Std. konnte Starten. Vom Start weg war an der Strecke eine Bomben Stimmung, das Feld setzte sich langsam in Bewegung und wir konnten auf den ersten zwei Kilometern noch nicht frei laufen. Bei Kilometer zwei waren wir schon etwas mehr als 1 Min. hinter unserem Zeitplan. Das Feld zog sich dann etwas auseinander, da wir doch recht weit vorne waren und wir gaben etwas Gas, schlängelten uns durch die Läufermasse und waren dann bei Kilometer 5 exakt im Plan von 21 Min. . Erst nach Km 5 lichtet sich die dichte Zuschauermasse etwas, aber man ist nie allein, wie bei anderen Marathons, wo man in Außenbezirken auch mal ein paar Kilometer nahezu keinen Zuschauer hat. Den Sachsenring durchläuft man 3 x, in diesem Bereich ist einfach die Hölle los. Bei Kilometer 10 erneut Uhrenvergleich mit Heinz, nahezu auf die Sekunde 42 Min. also alles im grünen Bereich. Bei Kilometer 14 drehe ich mich zu Heinz um, aber er ist weg. Habe mir etwas Gedanken gemacht, was los ist, musste mich dann aber wieder auf mich selbst und auf meinen Laufrythmus konzentrieren. Auch bei Km 15 und 20 war ich immer noch bis auf wenige Sekunden in meiner geplanten Zielzeit. Beim Halbmarathon stand die Uhr auf 1:28:20 was bedeutet, dass ich für die zweite Distanz noch knapp 4 Min. Reserve habe. Von Anfang anhabe ich an jeder Getränkestation alles richtig gemacht und sehr viel Flüssigkeit aufgenommen. Hier ein großes Lob an den Veranstalter. Ab Kilometer 6,1 alle ca. 3,5 km eine Getränkestelle mit bester Versorgung. Absolut Spitze war, dass an einzelnen Stellen auch Wasserflaschen gereicht wurden, die das Trinken doch wesentlich vereinfachen, da die Flasche doch noch einige Zeit mitgenommen werden kann und die Wasseraufnahme gut dosiert erfolgen kann sollte unbedingt von anderen Veranstaltungen auch aufgenommen werden. Bei Kilometer 25 hatte ich dann eine Minute verloren und ich merkte so langsam das meine Beine etwas schwerer wurden. Nun fing die Kopfarbeit an und die Überlegungen, ob ich das wohl schaffe. Kilometer 30 waren es dann schon 1:30 Min. , blieb mir also für die restlichen 12 Kilometer nur noch 2 1/2 Min. Reserve. Ich versuchte mein Tempo noch mal etwas zu verschärfen, bzw. wollte zumindest wieder auf 4:10 je Kilometer kommen, was auch 2 KM gelang. Bei Kilometer 35 kam dann aber endgültig der berühmt berüchtigte Mann mit dem Hammer und es ging nahezu nichts mehr. Ich bekam Magenschmerzen und die Beine wurden so schwer, dass ich nur noch einen Gedanken hatte, irgendwie das Ziel zu erreichen. An dieser Stelle war einmal mehr mal das Publikum der Retter. Die Anfeuerungsrufe waren so enorm, dass an ein aufhören einfach nicht zu denken war. Die letzten zwei Kilometer quälte ich mich dann noch mit einem 5 er Schnitt ins Ziel. Traumzeit 2:59 war leider verpasst, aber meine Freude war trotzdem riesig, hat es mir trotz allem noch zu einer neuen persönlichen Bestzeit gereicht. Beim Zielraum kann der Veranstalter dann noch ein letztes mal gelobt werden. Er ist bestens von nicht berechtigten abgeschirmt und es gibt eine Riesen Auswahl an Getränke, Obst, Gebäck und der Krönung ein frisch gezapftes Kölsch, was ich mir dann auch zusammen mit Heinz, der 8 Min. später das Ziel auch erreichte gegönnt habe. Alles in allem war Köln eine super Veranstaltung die von meiner Seite nur wenig Anlass zur Kritik gibt. Die paar von mir genannten Punkte können mit Sicherheit noch verbessert werden, sind aber bei dem vielen positiven kein Problem. Bestens geeignet ist Köln für Marathoneinsteiger, die bei solch einem Publikum mit Sicherheit begeistert sind. Hier kann ich die Kölner nochmals loben. Ich war nach 6 Std. im Zielraum und die letzten beiden Läufer erreichten. Auch diese beiden wurden noch zumindest auf den letzten paar hundert Meter noch von einer jubelnden Menschenmenge gefeiert.
ich kann nur sagen. "Auf Wiedersehen Köln"
Norbert Keck
72221 Haiterbach
LC Waldachtal <www.lcwaldachtal.de>